Wochenschau - Mag. Stefan Kloiböck

Idee/Zielsetzung/Konzeption:

"Freitag ist Wochenschautag" - 3 Worte, die das Schulleben seit 7 Jahren Woche für Woche prägen. In einer etwa 30 minütigen Sendung wird jeden Freitag von Geschehnissen (vor allem der letzten Woche) aus dem Schulalltag berichtet. Einzelne Videodokumentationen werden in grundsätzlich gleichbleibender Struktur moderiert und kommentiert. Die Rolle der Schüler/innen beinhalten dabei die Bereiche des Reporters, Kameramanns, Moderators, des Studiogastes, aber auch des Darstellers vor der Kamera. Dieser berichtet - alleine oder in seiner Gruppe - spontan oder angeleitet - von Erlebnissen, zeigt Leistungen, und lässt am Unterrichts- oder Hortgeschehen teilhaben. Über 200 Ausgaben dieser Sendung wurden bisher gemeinschaftlich produziert und ausgestrahlt. In der Gestaltung wird versucht, ein möglicht breites Spektrum an Wahrnehmungsmöglichkeiten der Kinder (ihren Entwicklungsstufen entsprechend) anzusprechen. Abstrakte Wortinhalte sollen in Bild und Ton symbolisiert sichtbar gemacht werden. Zur Steigerung der Verständlichkeit wird Gebärdensprache für geistig behinderte Menschen eingesetzt. Die Wochenschau wird als "streaming video" auf dem der Schule zugeordneten Bereich des Servers des Wiener Bildungsnetzes abgelegt. Sie kann dann (immer nur schulintern) nicht nur freitags im "Kinosaal" (Präsentation mit Daten-Projektor) oder in allen Klassen betrachtet werden, sondern bleibt längerfristig ständig abrufbar im Archiv. Im Folgenden sollen nun die von uns wahrgenommenen umfangreichen positiven Konsequenzen kurz angerissen werden: Pädagogischer Bereich: Durch das Betrachten der gefilmten Unterrichtsergebnisse oder -sequenzen findet Methodenaustausch statt, außerdem werden weiterführende Diskussionen unter den Lehrkräften werden angeregt. Das Filmmaterial dokumentiert das schulische Geschehen und macht es für Eltern und Erziehungsberechtigte transparent - im Rahmen schulischer Veranstaltungen wie Elternabenden, Elternsprechtagen oder bei kindbezogenen Besprechungen. Für die Pädagog/innen ergibt sich oft ein Anstoß zu Kooperation und zu gemeinsamer Verwirklichung neuer Unterrichtsideen, wodurch erneut Kompetenztransfer stattfindet. Sowohl implizites als auch explizites Wissen des Kollegiums kann über diesen Kanal weitergegeben werden. Die Wochenschau selbst ist wiederum Anlass für viele pädagogische Aktionen (Erstellen von Beiträgen mit den Schüler/innen, verschiedenste organisatorische Aufgaben, die die Selbstständigkeit der Schüler/innen erhöhen..) Es bietet sich auch die geplante wiederholte Nutzung in Unterricht und Hortbetreuung an (etwa als Gesprächsgrundlage, als Unterrichtsfilm zu bestimmten Themen..), der eine Vielzahl von Lerneffekten zuzuschreiben ist. Nicht zuletzt lässt sich durch Beiträge in der Wochenschau die individuelle Entwicklung von Schüler/innen festhalten, wodurch - wie für unseren Bildungsbereich erforderlich - auch Fortschritte über längere Zeiträume gut nachzuvollziehen sind. Persönlichkeitsbildender Bereich: Die Wochenschau hat als mediale Plattform der Schule die Aufgabe Leistungen von einzelnen Individuen oder Gruppen schulweit bekannt zu machen. Diese Möglichkeit motiviert zu besonderen Leistungen. Auf der anderen Seite hat die Sichtbarmachung der eigenen Person und der Gruppe reflektiven Charakter. Erlebtes kann erneut verarbeitet werden. Die Wochenschau unterstützt dabei die Erfassung und Bewusstwerdung von Gegebenheiten und Zusammenhängen in Bild und Ton. Grundsätzliche Werte und institutionelle Normen fließen permanent in die Sendungen ein, werden indirekt vermittelt und damit kritisierbar gemacht. Durch die emotionale Verbindung zwischen Sehendem und Gesehenem initiiert die Wochenschau auch weitere entwicklungsfördernde Anreize (u.a. Sprachanlass). Die Ausübung der verschiedenen Rollen (Moderator, Kameramann, Reporter, Darsteller) bietet großen Spielraum für persönliches ?Wachstum". In Produktion und Publikation richtet sich die Wochenschau stets direkt ans Individuum (Kindgerechtheit) - darin liegt das besondere Potential, die Schüler/innen (auch in ihren Entwicklungen) positiv zu bewegen! Sozialer Bereich: als Gruppe/Klasse Berichte gestalten und gemeinsame Ziele verfolgen, Anerkennung auf Grund diverser Rollen und Berichte, Schulleben wird gefördert (Geburtstage, Abschiedsfeier,...), von einander lernen, Gruppendynamik (gemeinsames Ansehen im "Kino") Inhaltlicher Bereich: Dokumentation des schulischen Alltags, Ausflugsziele kennen lernen, musikalische Vielfalt kennen lernen, Neuigkeiten verbreiten, Transportmedium für andere Projekte (SMG, Billa-Botendienst, Kurssystem,...), Unterstützte Kommunikation (Gebärden, Symbole als Unterstützung), Einblick in das/die jeweilige/n Klassengeschehen/themen,
* Die Wochenschau orientiert sich inhaltlich vorwiegend am Schulalltag - fest in den Jahreskreislauf eingebettet: Liegt ein besonderes Ereignis vor uns oder hinter uns (Schulfeste)? Wer hat Geburtstag? Gibt es ein neues Gesicht an der Schule? Diese und viele weitere aktuelle Fragen werden Woche für Woche in der Wochenschau beantwortet.
* Die Wochenschau hilft die Türen der Klassenzimmern zu öffnen und gewährt Einblicke ins Klassen(er)leben: Wurden Ausflüge od. Lehrausgänge durchgeführt? Was wurde wo erlebt? Was gibt es zu erzählen? Gibt es etwas zu präsentieren oder vorzuführen (Lied, Bilder, Kunststück, etc ...)? Was ist sonst noch passiert (Themen, Aktivitäten, Projekte) ?
* Die Wochenschau versteht sich als Medium der Vernetzung verschiedenster wertvoller Schulprojekte. o Kurssystem: Jeden Dienstag wird schulweit die herkömmliche Klassensituation aufgelöst. Jede/r einzelne Schüler/in kann in einem frei gewählten ?Kurs" persönlichen Interessen nachgehen und diese ausleben. Die Wochenschau gewährt Einblicke in die ?isolierten" Kurse und macht Inhalte bzw. Erlebnisse einzelner Gruppen schulweit publik: Produkte der ?Holzwespen" werden präsentiert; Bewegte Improvisationen vom Tanz bzw. Musikkurs werden in Bild und Ton festgehalten; Nervenkitzel spürt man bei Berichten der Gruppe ?Klettern",...u.v.a. o Billa-Boten-Dienst: Ein Tag, eine Klasse, ein Projekt: Einmal in der Woche geht eine Klasse für die gesamte Schule einkaufen. Die Wochenschau zeigt Dokumentationen oder Werbung zu diesem lebenspraktischem und nützlichem(!) Service. o SMG (Schüler-mit-gestaltung): In diesem Projekt, das österreichweit erstmalig an einer Sonderschule für schwerstbehinderte Kinder durchgeführt wird, wird es den Schüler/innen ermöglicht aus ihrem Kreis (Interessens-) Vertretungen zu wählen, die die Anliegen der Schüler/innen vertreten. Die Wochenschau berichtet z. B.: Was wurde im Schülerparlament besprochen? Wer will neuer Schulsprecher werden?...
* Die Wochenschau bietet nötigen Raum um ?schul-öffentlichkeitswirksame" Aufrufe bzw. Nachfragen zu starten bzw. um Neuigkeiten zu verbreiten: Wann geht in etwa eine Klasse einkaufen? Es gibt ein neues Bällchenbad, schaut es Euch an! Seid ihr schon bei den Kaninchen gewesen? Wie spannt man die ?Slackline" sicher? *
Die Wochenschau soll gleichermaßen informieren wie unterhalten. Jedes Mitglied der Schulgemeinschaft erfährt durch das Medium ?Wochenschau" ungezwungene Möglichkeiten sich mit dem schulischen Leben auseinanderzusetzen bzw. dieses aktiv mitzugestalten.
* Die Wochenschau spricht den Zuschauer immer wieder direkt an, sowohl passiv als auch aktiv die Sendung zu verfolgen. Immer wiederkehrende ?Rätsel-Sequenzen" mit gleich bleibenden Jingles wechseln mit den Beiträgen ab (aktive Phasen wechseln mit passiven Phasen des Sehens)
* Wahrnehmung: Die Wochenschau ist bemüht möglichst klare, eindeutige Reize an die audiovisuellen Sinneskanäle der Betrachter zu liefern. Die Vermittlung von Inhalten wird durch den Einsatz von Symbolen bzw. Gebärden unterstützt. Auf auditiver Ebene will die Wochenschau einen vielfältigen, breiten Zugang zu Musik ermöglichen. Andererseits helfen gleich bleibende ?Jingles" sich innerhalb der Sendung zu orientieren. Technischer Bereich: Die Arbeit an der Wochenschau fördert die Kompetenzen des pädagogischen Personals im Einsatz ?Neuer Medien", wobei der Produktions-workflow mittels Online-Plattform edumoodle unterstützt wird. Der routinierte Umgang mit einer beträchtlichen Zahl von Werkzeugen, die für die Erstellung und Positionierung der Wochenschauen notwendig sind, wird auch andere Kolleg/innen weitergegeben und führt so zu einem beachtlichen Fähigkeitsniveau des Personals. Die Anwendung moderner Technologie(standards) - wie z.B. der Synchronized Multimedia Integration Language (SMIL), ermöglicht ständige interne Verfügbarkeit und längerfristige Archivierung. Bereich der Umsetzung: Eine eng zusammenarbeitende Kerngruppe von LehrerInnen organisiert und realisiert verschiedene Arbeitsabläufe, die sich im Vorfeld der Produktion ergeben. Die Filmbeiträge aus der Schulgemeinschaft werden gesammelt, bearbeitet und innerhalb der bewährten Struktur mit Filmen aus den immer wiederkehrenden Kategorien ergänzt und zu einem Ganzen zusammengeführt (Beispiele für diese Kategorien: "Geburtstage", "Gut Gemacht" (SchülerInnen präsentieren Leistungen), "Wer ist das?" (rätselhafte Darstellung einzelner Menschen der Schulgemeinschaft), "Dalli Klick", "Hit der Woche", ...) ... UND MACHT SPASZ!!!

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